Stolpersteine – Ein Kunstprojekt für Europa von Gunter Demnig

Gunter Demnig, Foto Andreas Gregor

Stolpersteine sind 10 x 10 x 10 cm große, in Beton gegossene Steine mit einer an der Oberseite verankerten Messingplatte, auf der in eingehämmerten Buchstaben zu lesen ist: „Hier wohnte...“, dann Name, Geburtsjahr und Datum und Ort der Deportation oder der Ermordung eines Menschen.

Stolpersteine sind Zeichen des Erinnerns. Wer jemals unerwartet auf die kleinen Messingplatten vor einer Hausfassade z.B. in Köln, in Hamburg oder Berlin gestoßen ist, konnte sich ihrer Wirkung nicht entziehen: Ein Blinken im Bürgersteig – man bleibt stehen, bückt sich, liest einen oder mehrere Namen, die Geburts- und Todesdaten einer Frau, eines Mannes oder Kindes. Man hält inne, für einige Augenblicke spürt man ein Entsetzen, bis der Verstand es erfasst: Aus diesem Haus sind Bewohner während der Nazizeit verschleppt worden. Hier liest man keine anonymen Zahlen, hier wird an individuelle Schicksale erinnert. Die meisten wurden in Konzentrationslagern ermordet, nur wenige kamen zurück.

Die Kraft der Stolpersteine liegt in der Begegnung mit ihnen. Sie schärft das „Bewusstsein von der Zerbrechlichkeit der Zivilisation“ (Jutta Limbach) und sie stärkt die Mitverantwortung für das „Nie wieder“.

Seit 1992 arbeitet der Kölner Künstler Gunter Demnig an dem Projekt Stolpersteine, seit 1996 hat er in über 750 Städten und Gemeinden in neun Ländern Europas über 38.000 Steine in Bürgersteige eingesetzt. Dafür wurde er im Januar 2005 mit dem German Jewish History Award ausgezeichnet, und 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz sowie mit der alternativen Ehrenbürgerschaft der Stadt Köln und 2008 mit im Mai 2008 mit dem Preis „Botschafter für Demokratie und Toleranz“.

... und in München?

Für 120 Euro kann jeder die Patenschaft für einen Stolperstein übernehmen, symbolisch oder auch ganz gezielt für ein bestimmtes Opfer des Naziregimes. Mit dem Geld werden die Planung, die Fertigung und das Verlegen finanziert – den Kommunen entstehen keine Kosten. Der Beitrag gilt als Spende und kann steuerlich abgesetzt werden.

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